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Cafe-Konditorei Fürst: Von der Erfindung zur heute weltbekannten Salzburger Mozartkugel

Die Tradition des Familienunternehmens Fürst reicht bis in das Jahr 1884 zurück, als der 1856 in Sierning geborene Paul Fürst seine Konditorei in Salzburg am Alten Markt, Brodgasse 13, eröffnete. Seither wurde Fürst von den Konditoren Paul, Gustav, Herbert, Norbert und Martin über fünf Generationen als Handwerk geführt. Konditormeister Martin Fürst, Pauls Ur-Ur-Enkel, ist heute Geschäftsführer und Eigentümer der Cafe-Konditorei Fürst GmbH.

„Eine Praline aus Marzipan mit Pistazien, umhüllt von Nougat und dunkler Schokolade, eingewickelt in silberne Folie mit blauem Mozart-Portrait.“ Fürst hat die nach dem von Paul Fürst überlieferten Rezept und Herstellungsverfahren gefertigten und heute weltbekannten Original Salzburger Mozartkugeln bis 2024 in der Salzburger Altstadt erzeugt und verkauft. Seit 2024 wird die Spezialität in einer ebenfalls eigenen Manufaktur in Elsbethen bei Salzburg hergestellt und als Herzstück eines qualitativ hochwertigen Confiserie-Sortiments an mittlerweile fünf Standorten in der Salzburger Altstadt angeboten. Fürst fertigt ausschließlich für den eigenen Betrieb, beschäftigt 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – davon sieben Konditormeister:innen – und bildet laufend fünf bis sechs Lehrlinge aus (Stand Juni 2026). Neben dem Verkauf in den eigenen Geschäftslokalen versendet Fürst auch in die Europäische Union, die Schweiz und nach Großbritannien. Den traditionellen Rezepten entsprechend verzichtet Fürst auf künstliche Konservierungsmittel, Farb- und Aromastoffe sowie Fremdfette und auf den Online-Handel der dadurch wärmeempfindlichen Produkte in den Sommermonaten.

Geschichte und innovative Herstellung der heute weltbekannten „Original Salzburger Mozartkugel“ von Fürst

Paul Fürst erfand um das Jahr 1890, was heute weltweit als „Original Salzburger Mozartkugel“ bekannt ist. Seine Kreation zeichnete sich insbesondere durch die Rezeptur und das aufwendige Herstellungsverfahren aus. Dabei wird grüner Pistazien-Marzipan mit Nougat umhüllt und zu einer Kugel geformt. Um diese in dunkle Schokoladenkuvertüre tunken zu können, wird sie auf ein „Tunkstäbchen“ aufgespießt, unter ständigem Drehen in der Kuvertüre bewegt und dann auf ein Lochbrett (auch Mozartbrett genannt) gesetzt. Nach dem Erstarren der Schokolade wird das Stäbchen aus der Kugel herausgezogen und die verbleibende Öffnung verschlossen. Dieses damals völlig neuartige „Steckerlverfahren“ ermöglichte eine nahezu vollständig runde Form der Praline.

Seit dem Jahr 2015 leitet Martin Fürst das Traditionsunternehmen in fünfter Generation und erzeugt die Mozartkugeln nach dem Rezept und Herstellungsverfahren seines Ur-Ur-Großvaters.

Historische Belege für die „Original Salzburger Mozartkugel“ von Fürst

Paul Fürst selbst bewarb seine Spezialität in den ersten Jahren abwechselnd als „Mozart-Bonbon“ und „Mozart-Kugel“: In den ersten bekannten Werbeanzeigen 1888 nannte er die Praline zunächst „Mozart-Bonbon“, 1890 bezeichnete er sich selbst als „Erfinder der Salzburger Specialität: Mozart-Bonbons“, nach dem Umbau des Stammhauses 1902 als „Erzeuger der Salzburger Spezialität Mozart-Kugeln“ und 1907 wieder als „Erzeuger der Salzburger Spezialität: Mozart Bonbons“. Aufgrund der Kugelform hat sich im alltäglichen Sprachgebrauch dann die Bezeichnung „Mozartkugel“ durchgesetzt.

Da das Produkt kommerziell erfolgreich, aber nicht geschützt war, gab es in Salzburg und ganz Österreich bald zahlreiche Konditoren, die die Mozartkugel von Fürst nachahmten oder variierten. Die Urheberschaft Paul Fürsts ist jedoch durch eine Vielzahl an Belegen nachweisbar. Neben mehreren belegten Aussagen von Experten und Zeitzeugen unter anderem durch zwei gerichtlich anerkannte Dokumente: Einerseits ein im Familienbesitz befindliches Rezeptbuch, das die Rezeptur und Herstellungsweise beschreibt, andererseits ein historisches Foto der Backstube im Stammhaus Brodgasse 13, das neben Paul Fürst sowohl die für das aufwendige Herstellungsverfahren notwendigen Utensilien als auch die bis heute zur Herstellung der Mozartkugel verwendeten Zutaten zeigt.

Chronologie

  • 1884: Paul Fürst eröffnet mit seiner Konditorei am Alten Markt, Brodgasse 13, das heutige Stammhaus.
  • 1887: Fürst eröffnet eine Filiale in der Dreifaltigkeitsgasse.
  • 1890 (ca.): Paul Fürst erfindet die heute weltbekannte Original Salzburger Mozartkugel.
  • 1905: Paul Fürst wird im Rahmen der internationalen Pariser Ausstellung mit dem Ehrenkreuz und der damit einhergehenden Medaille für sein neuartiges Bonbon und dessen innovatives Herstellungsverfahren ausgezeichnet.
  • 1919: Gustav Fürst übernimmt von seinem Vater Paul die Filiale in der Dreifaltigkeitsgasse und führt sie 35 Jahre lang bis 1954.
  • 1924: Gustav Fürst übernimmt auch die Konditorei im Stammhaus am Alten Markt.
  • 1934 bis 1961: Das Stammhaus am Alten Markt wird an drei aufeinanderfolgende Konditoren verpachtet.
  • 1950: Konditormeister Herbert Fürst (Enkel Paul Fürsts) übernimmt gemeinsam mit seiner Frau Gertrude die Konditorei am Mirabellplatz sowie die Backstube in der Wolf Dietrich Straße und in der Folge auch das Stammhaus am Alten Markt.
  • 1985: Norbert Fürst (Sohn von Herbert und Gertrude, Ur-Enkel von Paul Fürst) übernimmt das Unternehmen.
  • 1998: Fürst eröffnet die Filiale im Ritzerbogen.
  • 2005: Fürst eröffnet die Filiale in der Getreidegasse.
  • 2015: Konditormeister Martin Fürst (Sohn von Norbert Fürst, Ur-Ur-Enkel von Paul Fürst) wird Geschäftsführer des Unternehmens.
  • 2024: Im Jahr des 140. Firmenjubiläums eröffnet Fürst seine neue Manufaktur in Elsbethen bei Salzburg und bietet den Mitarbeitenden ein hochmodernes Arbeitsumfeld.
  • 2025: Eröffnung Residenzplatz

Zahlen & Fakten (Stand 2026)

  • Gründung: 1884
  • Geschäftsführer: Martin Fürst, Konditormeister, 5. Generation im Familienunternehmen,
  • Botschafter www.mehlspeiskultur.at
  • Mitarbeitende: 65, davon 7 Konditormeister:innen, mehrere Konditor:innen und 5-6 Lehrlinge
  • Standorte: 5 Filialen in der Salzburger Altstadt, Manufaktur und Verkauf in Elsbethen / Salzburg
  • Sortiment: täglich frisch erzeugtes, umfangreiches Sortiment an traditionellen Torten, Schnitten und Spezialitäten der österreichischen Mehlspeisenkultur, hausgemachtes Speiseeis, großes Sortiment an hausgemachten Pralinen und Trüffeln, Hausspezialitäten wie Bachwürfel, Wolf-Dietrich-Block, Doppler-Kon(Ef)fekt, Paris-Lodron-Trüffel, Millennium-Trüffel, Salzburger Schilling, Fürst-Trüffel sowie die heute weltbekannte „Original Salzburger Mozartkugel“

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